Kurzprosa

Science Fiction Anthologie von Quintessenz (Österreich). Beim dazugehörigen Wettbewerb habe ich mit meiner Kurzgeschichte EWE den ersten Preis gewonnen und mit dieser auch in der äußerst lesenwerten Dystopien-Sammlung vertreten.

EWE spielt in einem Überwachungsstaat in dem eine Form von demokratischer Observation stattfindet… Jeder überwacht und wird zugleich auch überwacht. Jeder ist Überwachender und Überwachter in Personalunion. Als Reminiszenz an P.K. Dick habe ich die Geschichte in einem retro-science-fiction-Szenario verortet. Die Frage, die sich in dem entworfenen liberalen Überwachungsstaat stellt, ist: Wer ist die größte Gefahr in postmodernen Überwachungssystemem? Das System selbst? Oder vielmehr die Bürger, die immer stärker zu Beobachtern werden und sich zugleich mit ihrer eigenen Nacktheit arrangieren.

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„Sind sie sicher, dass sie funktioniert“ fragte Hektor, während er die verschiedenen Knöpfe, blinkenden Lichter und den riesigen LCD-Bildschirm genau musterte. „Sie funktioniert“ antwortete Dr. Förster selbstbewusst. „Natürlich sieht das alles noch etwas billig aus“ fügte er schnell hinzu: „Aber mehr war bei diesem Etat auch wirklich nicht herauszuholen. Glauben sie mir, wenn die ersten Investoren auf die Maschine angesprungen sind, werden wir im Nullkommanichts mehr Geld zur Verfügung haben. Dann werde ich mich nicht mehr mit solchen unästhetischen Prototypen rumschlagen müssen und werde die Maschine perfekt auf die Kundschaft zuschneiden können. Bis dahin müssen sie sich mit diesem nicht sonderlich schicken aber nichtsdestotrotz voll funktionstüchtigen Modell begnügen.“ Hektor umkreiste das Gerät mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis. „Und dieser Knopf ist…?“ fragte er fast etwas kleinlaut angesichts der offensichtlich revolutionären Erfindung, die ihm sein Chef, Mentor und Freund hier präsentierte. „Dieser Knopf bringt das Gerät zum Laufen. Er setzt den Prozess in Gang. Wollen sie mal drücken?“ fragte Dr. Förster mit einem schelmischen Grinsen, um gleich darauf erschrocken aufzuschreien: „Sind sie verrückt? Finger weg! Das war nur ein Scherz. Sie kennen doch die Konsequenzen. Und jetzt hätten sie beinahe leichtfertig die Maschine in Gang gesetzt, nur weil ich einen kleinen Scherz gemacht habe!“

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